Djangos Erben - Zwischen Klischee und Moderne
Nach Verfolgung und KZ füllen deutsche Sinti-Jazzer in den sechziger Jahren Konzertsäle
Er galt als großes Talent der Jazzmusik in Deutschland. Heute lebt er vom Altwaren- und Antiquitätenhandel. Bobby Falta war Gitarrist des legendären Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts, das Ende der sechziger Jahre mit einer Mischung aus Swing und ungarischer Folklore die Konzerthallen füllte und dafür sorgte, dass die deutschen Sinti sich nach der Verfolgung durch die Nazis ihrer kulturellen Identität bewusst wurden und von breiteren Bevölkerungsschichten wahrgenommen wurden. Aus Djangos Jazz wurde der Sinti-Swing. Ein Stil, meint Bobby Falta heute, der allerdings immer Gefahr lief, Zigeunerklischees zu bedienen. Eine Gratwanderung, mit der Interpreten in der Nachfolge Django Reinhardts auch heute noch zu tun haben.
HR - Wissenswert